|
|
|
|
Ich freue mich über
Anregungen, Ermunterung und Kritik: Johann
Schmid
Die Physik im Grundkurs der Jahrgangsstufen 12 und 13 bringt zum einen ein Abrunden und Vertiefen von Themen, die in der Mittelstufe nur qualitativ behandelt werden konnten; zum anderen können hier wegen der fortgeschrittenen Fähigkeiten der Schüler auch fachlich anspruchsvolle Themen behandelt werden. Physikalische Erkenntnisse des 20. Jahrhunderts (6 W) werden aufgegriffen, wodurch die Grundlage für eine breite und moderne naturwissenschaftliche Allgemeinbildung geschaffen wird.
Analogiebetrachtungen und Modellvorstellungen spielen
eine bedeutende Rolle; sie dienen den Schülern zur besseren Einordnung
und Verankerung ihres Wissens oder zur vereinfachenden Darstellung neuer
Sachverhalte. Die Schüler lernen aber auch, historisch nachzuvollziehen,
wie Analogiebetrachtungen zu neuen Erkenntnissen in der Physik geführt
haben. Darüber hinaus fordern und fördern Analogiebetrachtungen
und die Diskussion von Modellvorstellungen in besonderem Maße die
sprachliche Ausdrucksfähigkeit der Schüler (6
DS). Versuche führen zur Weiterentwicklung von Modellvorstellungen
(6 W) und lassen die Schüler die historische
Entwicklung (6 G) miterleben. Die Schüler
erkennen, wie nützlich Modelle für das Verständnis schwieriger
Sachverhalte sind.
Wo immer sich die Gelegenheit bietet, sollen die Schüler
bei der Durchführung von Experimenten beteiligt werden.
Jahrgangsstufe 12
1 Statische elektrische und magnetische Felder (ca. 28 Std.)
Durch Experimente lernen die Schüler elektrische
und magnetische Felder als Kraftfelder kennen, deren Strukturen durch Feldlinien
anschaulich beschrieben werden können. Ausgehend von der Kraftwirkung
auf Probekörper verstehen sie die Einführung von Größen,
die die Stärke der Felder kennzeichnen. Dadurch sollen die Schüler
befähigt werden, die Bewegung geladener Teilchen in homogenen Feldern
mathematisch (6 M) zu beschreiben. Beim
Nachvollziehen des historischen Versuchs von Millikan (6
G) wird ihnen bewußt, daß Ladungen nur als ganzzahlige Vielfache
einer Elementarladung auftreten können. Die erreichbare Geschwindigkeit
geladener Teilchen in elektrischen und magnetischen Feldern wird unter
Hinweis auf die Ergebnisse der speziellen Relativitätstheorie diskutiert.
| Grundbegriffe aus der Elektrizitätslehre: Stromstärke, Spannung, Ladung, Widerstand, elektrische Energie und elektrische Leistung | Wiederholung und Vertiefung der Begriffe; Hinweis auf die Ladungsmessung |
| Elektrisches Feld: Kräfte zwischen geladenen Körpern, Coulomb-Gesetz; radialsymmetrisches und homogenes elektrisches Feld, Feldlinien | Wiederholung des Feldbegriffs; Mitteilung des Coulomb-Gesetzes, Vergleich mit dem Gravitationsgesetz; Aufnahme von Feldlinien, Erfassung der Felder nur qualitativ |
| elektrische Feldstärke | Versuch zu F/Q
= const., Definition der elektrischen Feldstärke ; Analogiebetrachtung
zu g = Fg/m als Gravitationsfeldstärke
|
| Ladungen als Quellen und Senken des elektrischen Feldes; Energie eines geladenen Teilchens im homogenen elektrischen Feld | Analogiebetrachtung: Lageenergie eines Körpers im homogenen Gravitationsfeld. |
| Kapazität eines Kondensators; Zusammenhang von elektrischer Feldstärke und Spannung eines Plattenkondensators | Versuch zu C = Q/U
und
|
| Quantelung der Ladung, Elementarladung, Ladung als Erhaltungsgröße | Millikan-Versuch; Beschränkung auf den Schwebefall, Diskussion der dabei auftretenden Probleme |
| Bewegung geladener Teilchen in homogenen elektrischen Feldern | Analogiebetrachtung zu Wurfbewegungen
(vgl. Ph11);
Beschränkung auf und
|
| magnetisches Feld: Feldlinien, magnetische
Flußdichte;
Lorentzkraft, Hall-Effekt |
Versuch zu F/(Il) = const., Definition
der Flußdichte ; Zurückführen von F auf die Lorentzkraft;
Erörterung des allgemeinen Zusammenhangs zwischen Strom-, Feld-, und
Kraftrichtung (keine Behandlung des Vektorprodukts); Hinweis auf technische
Anwendungen (Hall-Sonden)
|
| magnetische Flußdichte im Innern einer langgestreckten Spule; Quellenfreiheit des Magnetfeldes | Versuch zu B = ìoIN/l;
Amperedefinition; Vergleich von elektrischem und magnetischem Feld
|
| Bewegung geladener Teilchen in homogenen Magnetfeldern;
spezifische Ladung des Elektrons; Prinzip des Zyklotrons |
Demonstration und Begründung
der Entstehung einer Kreisbewegung; Auswertung des Fadenstrahlrohr-Experiments;
Ausblick auf die technische Anwendung beim Massenspektrographen
|
| relativistische Massenänderung;
Gesamtenergie und kinetische Energie relativistischer Teilchen |
Hinweis auf die Lichtgeschwindigkeit
als Grenzgeschwindigkeit und Besprechung des Experiments von Bucherer;
Mitteilung und Diskussion der Gleichungen:
E = mc2 und Ekin = (m - mo)c2; Hinweis auf das Synchrotron sowie die Bedeutung von Kollisionsexperimenten |
2 Zeitlich veränderliche elektrische und magnetische
Felder (ca. 14 Std.)
Bei der Behandlung des Induktionsgesetzes sollen die Schüler beispielhaft erkennen, wie das Zusammenwirken von Experiment und Theorie zu neuen Erkenntnissen führt (6 W). Das Induktionsgesetz wird aus Induktionsversuchen mit zeitlich konstanten Magnetfeldern und aus weiteren, den Schülern bereits bekannten Gesetzmäßigkeiten in einer vorläufigen Form gewonnen (6 DS). Aus der Analyse des Gesetzes ergibt sich die Vermutung, daß Induktionsspannungen auch bei veränderlichem Magnetfeld zu erwarten sind. Die Bestätigung durch Experimente gibt Anlaß zu einer allgemeineren Formulierung des Induktionsgesetzes. Die Schüler erleben das Phänomen der Selbstinduktion anhand von Ein- und Ausschaltvorgängen. Sie gewinnen die Einsicht, daß Kondensator und Spule mit ihren Feldern Energiespeicher darstellen, und werden befähigt, diese Energien quantitativ zu beschreiben.
| Induktionsphänomene, Induktionsgesetz; magnetischer Fluß | Der übergeordnete Gesichtspunkt der zeitlichen Flußänderung erlaubt eine einfache mathematische Formulierung (6 M12). Experimente, z.B. mit dem Dreiecksgenerator; technische Anwendungen (6 MT) |
| Erzeugung sinusförmiger Wechselspannungen; Effektivwerte | Herleitung von U = Uo sinωt aus dem Induktionsgesetz; Bestätigung am Oszilloskop |
| Selbstinduktion; Induktivität | Demonstration und Deutung der Selbstinduktion bei Ein- und Ausschaltvorgängen; quantitative Erfassung mit Hilfe des Induktionsgesetzes; Besprechung technischer Anwendungen (6 MT, V: z.B. Zündspule) |
| Elektrische Energie des Kondensatorfeldes; magnetische Energie des Spulenfeldes | elektrische Energie als Arbeit, die aufzubringen ist, um den Kondensator aufzuladen; magnetische Energie des Spulenfeldes erarbeitet durch Analogieschluß |
3 Schwingungen und Wellen (ca. 30 Std.)
3.1 Elektromagnetische Schwingungen (ca. 12 Std.)
Die Schüler erkennen im Experiment die Schwingung im elektromagnetischen Schwingkreis und die Analogie zum mechanischen Oszillator. Als Hilfsmittel zur Erzeugung ungedämpfter elektromagnetischer Schwingungen lernen die Schüler das Rückkopplungsprinzip kennen, das sich auch auf nicht-elektrische Systeme übertragen läßt. Sie beobachten das Phänomen der Resonanz bei erzwungenen Schwingungen und sollen die Vorgänge qualitativ beschreiben können (6 DS).
| elektromagnetischer
Schwingkreis;
Thomson-Gleichung |
Entladung eines Kondensators über eine Spule; vergleichende Betrachtungen am mechanischen Pendel; Mitteilung der Thomson-Gleichung und Bestätigung im Experiment (6 MT, V: Verwendung von Induktionsschleifen zur Verkehrszählung und -leitung) |
| Erzeugung ungedämpfter elektromagnetischer Schwingungen | Ausblick auf die Bedeutung der Rückkopplung auch bei nicht-elektrischen Regelkreisen (6 B: z.B. Körpertemperatur, Pupillenreaktion; 6 WR: z.B. Käuferverhalten) |
| erzwungene Schwingungen; Resonanz | Aufnahme einer Resonanzkurve; Diskussion des Amplituden- und Phasenverhaltens (qualitativ); Betrachtung von mechanischer (6 Mu) und elektrischer Schwingung im Vergleich |
3.2 Elektromagnetische Wellen (ca. 18 Std.)
Der Übergang vom geschlossenen zum offenen Schwingkreis
macht den Schülern deutlich, daß von einem schwingenden Dipol
elektromagnetische Wellen abgestrahlt werden; damit wächst ihr Verständnis
für die Grundlagen der Rundfunktechnik (6
MT). Versuche mit Mikrowellen, mechanischen Wellen und Licht führen
zur Erkenntnis, daß ihre Ausbreitung jeweils durch das Wellenmodell
beschreibbar ist. Die Schüler lernen, daß auch das Licht eine
elektromagnetische Welle ist.
| elektrische Dipolschwingungen | experimenteller Nachweis der Stromstärke-
und Ladungsverteilung im induktiv angeregten Stabdipol, Betrachtung der
Momentbilder im zeitlichen Abstand T/4;
Grundschwingung des λ/2-Dipols als stehende Welle; Oberschwingungen |
| Dipolstrahlung; Wellencharakter der Dipolstrahlung, Ausbreitungsgeschwindigkeit c | experimentelle Untersuchung der Wellenausbreitung, Nachweis
von stehenden Wellen vor einer reflektierenden Wand;
vergleichende Betrachtungen an stehenden Seil- oder Schallwellen |
| Sendung, Übertragung und Empfang elektromagnetischer Wellen | Betrachtung modulierter Schwingungen am Oszilloskop; Beschränkung auf Grundlagen (6 BO, ME, MT: Auswirkungen moderner Technologien) |
| Beugung und Zweistrahlinterferenz mit Mikrowellen und Licht; Interferenz am optischen Gitter | Veranschaulichung der Vorgänge durch Versuche mit der Wellenwanne |
| Messung der Lichtwellenlänge, optische Spektroskopie; elektromagnetisches Spektrum | Demonstration der Existenz von elektromagnetischer Strahlung außerhalb des sichtbaren Bereichs (6 B: Empfindlichkeitsbereich des Auges); Demonstration und Vergleich charakteristischer Spektren (6 C) |
4 Lichtquanten (ca. 12 Std.)
Die Schüler erkennen, daß der Photoeffekt mit dem Wellenmodell nicht erklärt werden kann; erst die Annahme einer Quantenstruktur des Lichts erlaubt seine Deutung. Am Beispiel des Photoeffekts erleben die Schüler die Tragweite und die Grenzen von Modellvorstellungen (6 W).
| lichtelektrischer Effekt | Durchführung von Versuchen; Hinweis auf die Widersprüche zur Wellentheorie des Lichts |
| Zusammenhang zwischen Lichtfrequenz und kinetischer Energie
der Photoelektronen; Austrittsarbeit, Grenzfrequenz;
Plancksches Wirkungsquantum h |
quantitative Auswertung des zugehörigen Experiments (z.B. Gegenfeldmethode); Interpretation des Ergebnisses (Einstein-Gleichung); h als Naturkonstante |
| Photon | Einführung des Photons als "Teilchen" mit Ruhemasse null, Energie hf und Impuls h/ë; Auseinandersetzung mit dem Wellen- und dem Teilchenmodell (6 G: Kopenhagener Deutung, Komplementarität; 6 W) |
Wenn Sie mit den lehrplanbezogenen Links nicht fündig
geworden sind, empfiehlt sich die Suche in allgemeinen Linksammlungen oder
mit Hilfe von Suchmaschinen:
| Multimedia-Physik/Elektro-Magnetismus von Peter Krahmer - ein Klassiker! |
| Physik-Links des Wernher-von-Braun-Gymnasiums |
| Links von Bildung-Online |
|
Zuständig sind dort H. Burger und G. Neumann ISBL wird nie „fertig“ sein, aber es kann mit Ihrer Hilfe immer besser werden! Alle Details zu ISBL finden Sie hier. Eine Schlagwortsuche auch nach anderen Medien-Angeboten ermöglicht die Datenbank B@sis. |
| Zur Homepage des Wernher-von-Braun-Gymnasiums Friedberg |